Politfactor

Die Welt jenseits des Mainstreams

Italiens vorbildlichster Arbeitgeber

So jedenfalls nennt Italiens Arbeitsminister Cesare Damiano den Nudelfabrikanten Enzo Rossi aus Mittelitalien.

In einem Selbstexperiment hat er mit seiner Familie einmal versucht, von dem kargen Lohn eines Arbeitnehmers zu leben – und hat für sich und seine Frau einen Betrag von jeweils 1000 Euro netto zugestanden.

Bereits nach 20 Tagen war das Geld alle – die Konsequenz daraus: die Arbeitnehmer erhalten vom Januar 2008 an 200 Euro mehr Lohn.

Der Grund liegt auch nicht unbedingt an seiner politischen Gesinnung, sondern eher daran, das ruhig schlafende Menschen – die sich nicht darum kümmern müssen, wie sie den Monat über die Runden kommen – bessere Arbeiter sind.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, allerdings ist es wohl so, dass die hiesigen Unternehmen nach dem Motto leben: was schert mich dem Arbeitnehmer sein Leben – soll er doch woanders arbeiten, wenns ihm nicht passt – Hauptsache, der Gewinn steigt.

Und hier liegt des Übels Kern: weil die Unternehmer nur zu Kurz denken (können?!), kann es mit Deutschland auch nicht weiter nach oben gehen – längst werden die meisten Produkte Made in Germany gar nicht mehr in Deutschland hergestellt, was sich auf jeden Fall in der Qualität der Produkte wieder findet. Und dies ist natürlich eine Folge von Firmenabwanderungen, die im Übrigen aus den sozialen Töpfen (nichts anderes sind Steuern) auch noch für die Abwanderung Subventionen erhalten.

Aber hier komme ich zu weit vom eigentlichen Thema ab: alle Unternehmer sollten mal von dem kargen Lohn eines ihrer Angestellten für eine gewisse Zeit leben, ebenso wie die Politiker (und Bertelsmannen (sic!)) mal ein halbes Jahr von Hartz IV. leben sollten – mehr noch: sie sollten dazu verpflichtet werden!

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28. Oktober 2007 - Posted by | Deutschland, Europapolitik, Grundrechte, Italien, Sozialpolitik

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