Politfactor

Die Welt jenseits des Mainstreams

Der Fall „Emily“ und der Arbeitgebernahe „Stern“

Ersteinmal: herzlichen Glückwunsch an Barbara E. (Emily).

Hat sie es doch gewagt, gegen den Konzern Tengelmann aufzubegehren – und gewinnt bei den obersten Richtern am Arbeitsgericht gegen Tengelmann.

Und der Stern, ja der hat nur Verlierer aufzuzählen; in Kürze:

  1. Barbara E. – weil sie um ihr Recht gekämpft hatte.
  2. Tengelmann – weil das Image beschädigt ist.
  3. Die Arbeitsrichter – weil das Bundesarbeitsgericht Barbara E. recht zugesprochen hat.

Hm, da fragt mensch sich zurecht: was wäre denn, wenn Tengelmann Recht zugesprochen bekommen hätte? Hätte es dann Gewinner gegeben? Mal schauen:

  1. Barbara E. wäre doppelt Verliererin, weil sie in ihrem Alter kaum noch Chancen hat, hat einen anderen Job zu bekommen – vom Image ganz zu schweigen.
  2. Tengelmann, weil das Image wegen 1,20 Euro eh beschädigt ist.
  3. Die Richter an den Arbeitgerichten (und am Bundesarbeitsgericht – sic!): weil es für sie beschämend sein müßte, wegen einer Kleinlichkeit und einer offensichtlichen Kampagne gegen eine Mitarbeiterin des Tengelmannkonzerns von demselben, eine ganze Existenz nicht nur zu ruinieren.

Also, nicht nur, dass es immer wieder zu Menschenfreundlichen, höchstrichterlichen Urteilen kommt – was natürlich sehr erfreulich ist – nein, Verlierer ist auf ganzer Linie die Arbeitgeberpostille „Der Stern“.

Nochmals: herzlichen Glückwunsch an „all“ die Emilys, die es jetzt in Zukunft wohl nicht mehr so schwer haben, gegen Arbeitgeber vorzugehen, die meinen, das sich Gewerkschaftszugehörigkeit oder Engement für die Kollegen und Mitarbeiter bestraft gehört.

Btw.: ich war auch mal beschäftigt bei Tengelmann – kurz vor Ablauf der Probezeit wurde ich entlassen; vielleicht ja weil ich mich für andere eingesetzt habe …

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10. Juni 2010 - Posted by | Deutschland | , , , , , , ,

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